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Polygamie (im Original: Polygamy) ist die Bezeichnung für eine Ehe mit mehr als zwei Partnern.

In der Serie

Polygamie oder Bigamie ist in verschiedenen Religionen von Westeros, wie den Alten Göttern, aber vor allem beim Glaube an die Sieben, verboten und wird als Sünde angesehen. Der Glaube an die Sieben erachtet die Heirat von mehreren Frauen ähnlich wie Inzest als Abscheulichkeit.[1]

In einigen Kulturen und Religionen, wie bei den Eisenmännern unter dem Ertrunkenen Gott wird Polygamie jedoch im gewissen Sinne praktiziert. Neben einem FelsweibEuF, der Hauptfrau, kann ein Eisenmann mehrere ihr untergeordnete Salzweiber nehmen. Salzweiber sind jedoch eher eine Art Konkubinen, die bei Plünderungen verschleppt wurden.[2]

History&LoreDragonstone (7)

Aegon Targaryen und seine Schwestergemahlinnen, Visenya und Rhaenys

König Aegon I. Targaryen nahm, wie es auch nach valyrischer Tradition durchaus üblich war, seine beiden Schwestern Visenya und Rhaenys Targaryen als Gemahlinnen. Danach wurde die Polygamie nicht mehr vollzogen, da sie realisierten, dass dies die Mitglieder und Anhänger des Glauben an die Sieben gegen sie aufbringen würde. Der Glaube betrachtete bereits Inzest als Sünde, was auch nach Unstimmigkeiten während der Herrschaft von König Aenys I. Targaryen, Aegons Sohn mit Rhaenys, zum Aufstand der Glaubenskrieger führte. Der Aufstand des Glaubens gegen das Haus Targaryen und seine Traditionen endete erst mit dem Tod von König Maegor I. Targaryen, Aenys' Halbbruder und Aegons Sohn mit Visenya. König Jaehaerys I. Targaryen konnte jedoch eine Übereinkunft mit dem Glauben nach dem Krieg erreichen. Jedoch wurde in einer Amnestie auch erreicht, dass sich der Glaube der weltlichen Gerichtsbarkeit unterzuordnen hatte. Der Inzest wurde innerhalb der Dynastie jedoch weitergeführt.[1]

Der Wildling Craster hat einen persönlichen Brauch und nimmt mehrere Frauen, darunter sind auch seine eigenen Töchter.[3]

Die Dothraki praktizieren Polygamie und ein Khal kann mehrere Frauen auf einmal als Gemahlin nehmen. Der Status der Ehe der Dothraki kann beträchtlich varieren. Manche Khals nehmen mehrere Gemahlinnen auf einmal, jedoch sind manche dieser Frauen oft nicht mehr als Gefangene, die bei Plünderungsfeldzügen erbeutet werden.[4][5] Andererseits kann ein Khal auch nur eine monogame Beziehung zu einer Frau führen, die als Khaleesi an seiner Seite regiert.[6]

Salladhor Saan hat vier Frauen, auf deren Hochzeit auch Davos Seewert anwesend war, jedoch ist nicht bekannt, ob Saan Polygamie betreibt oder die vorangehenden Ehen aufgelöst sind.[7]

In den Büchern

Westeros

Im Alten Valyria kam es vor das die Drachenherren und Hexenfürsten auch mehr als eine Frau nahmen, wenn es ihnen gefiel, jedoch wurde diese Sitte seltener praktiziert wurde als die Heirat zwischen Bruder und Schwester und nahen Verwandten.

Lord Aenar TargaryenEuF zog mit mehreren Frauen zwölf Jahre vor dem Verhängnis von Valyria nach Drachenstein. Sein Nachfahre König Aegon I. Targaryen nahm seine beiden Schwestern als Gemahlinnen. Das war jedoch ungewöhnlich, da er der Tradition entsprechend nur seine älteste Schwester heiraten sollte, trotzdem nicht ohne historisches Vorbild. Es heißt, er habe Visenya aus Pflichtgefühl geheiratet, doch es sei Rhaenys gewesen, die er begehrt habe.

König Maegor I. Targaryen war der letzte der Targaryens, der mehrere Frauen nahm. Einer der Ursachen für den Aufstand der Glaubenskrieger war sogar die Zweitehe von Maegor Targaryen. Königin Visenya schlug vor, dass ihr Sohn Aenys' Tochter, Rhaena heiraten. Doch da der Hohe Septon protestierte, heiratete Maegor Ceryse HohenturmEuF im Jahre 25 n. A. E., die Nichte des Hohen Septons. Aenys' Ehe mit seiner Frau, Alyssa Velaryon erwies sich als fruchtbar, während Maegors kinderlos blieb. Maegor ging im Jahre 39 n. A. E. insgeheim eine zweite Ehe mit Alys EggenEuF ein. Er hatte sie in einer valyrischen Zeremonie unter der Leitung seiner Mutter, Königin Visenya, geheiratet hatte, da kein Septon bereit gewesen war, die Zeremonie durchzuführen. Dies verärgerte das Gemeine Volk, den Glauben und vor allem den Hohen Septon und Aenys sah sich gezwungen sein Bruder ins Exil nach Pentos zu schicken.

Als Aenys im Jahr 42 n. A. E. starb, kehrte Maegor aus dem Exil zurück und brachte neben Alys Eggen, die Königin wurde, auch die Kurtisane Tyanna von PentosEuF zurück, die er im selben Jahr ehelichte. Alys Eggen wurde 44 n. A. E. schwanger, verlor das Kind und gebar nur eine missgestaltete Totgeburt. Tyanna redete dem König ein sie sei ihm untreu gewesen, weshalb er Alys und all ihre Familie und Verwandten töten ließ. 45 n. A. E. starb Ceryse Hohenturm an einer plötzlichen, unbekannten Krankheit. Gerüchte besagen dass sie auf den Befehl Maegors getötet wurde. Jedoch heiratete Maegor zwei Jahre später drei verwitwete Frauen, die ihre Fruchtbarkeit unter Beweis gestellt hatten, in einer einzigen Zeremonie. Diese waren als "die Schwarzen Bräute" bekannt.

Durch das Aussterben der Drachen, schwand jedoch auch die Macht und Stärke des Hauses Targaryen und sie hatten kein Druckmittel mehr, um Sünden wie Polygamie zu vollziehen.

Salladhor Saan behauptet vier Frauen und mehrere Konkubinen zu haben, obwohl Davos Seewert meint, dass dies nur Konkubinen sind.

Realer Hintergrund

Wikipedia: Polygamie

Es wird unterschieden zwischen Polygynie (Vielweiberei, bei der ein Mann mehrere Ehefrauen hat) und Polyandrie (Vielmännerei, bei der eine Frau mehrere Ehemänner hat) sowie der Polygynandrie (Gruppenehe) und anderen Eheformen, bei denen mehrere Frauen und mehrere Männer beteiligt sind. Polyandrie ist besonders in Ackerbaukulturen auf niederer Stufe (Hackbau) verbreitet, während Polygynie eher Kulturen mit viehzüchterischem Hintergrund kennzeichnet. Entscheidend ist bzw. war ursprünglich, dass ein Geschlecht mehrere Ehepartner haben kann, wenn es die Rolle des Familienernährers einnimmt. Polygamie war in früheren Zeiten üblich wegen hoher Kindersterblichkeit.

Geschichtliches

  • Der christliche Kaiser Karl der Große (747/748-814) hatte, wie verschiedene andere germanisch-christliche Fürsten seiner Zeit, mehrere Ehefrauen und Nebenfrauen.
  • Der siamesische König Mongkut, auch Rama IV. (1804-1868), hatte während seiner Regentschaft 39 Frauen, von denen nur die königlichen Frauen und Konkubinen sowie Prinzessinnen von königlichem Blut, die "Nang Harm" (verbotene Frauen, d.h. also Frauen, die nur der König sehen durfte und die nur mit spezieller Genehmigung des Königs heiraten durften) genannt wurden, während die Frauen, die im Königspalast lebten, immer als "Nang Nai" (Frauen des inneren Palastes) bezeichnet wurden. Mit diesen 39 Frauen hatte König Mongkut insgesamt 82 Kinder.
  • Der erste saudische König Abd al-Aziz ibn Saud (1876-1953) soll Schätzungen zufolge 3000 Frauen in seinem Harem gehabt haben, zu dem neben Ehefrauen auch Konkubinen, Töchter und Sklavinnen gezählt werden. 81 Kinder von 17 verschiedenen Ehefrauen sind staatlich anerkannt.
  • Jagatjit Singh (1877-1949), der Maharadscha von Kapurthala, hatte sechs Frauen (von seiner fünften Frau, der Spanierin Anita Delgado ließ er sich scheiden).
  • Jean-Bédel Bokassa/Bokassa I. (1921-1996), einstiger Diktator und Kaiser von Zentralafrika, hinterließ nach seinem Tod 17 Frauen. Wie viele Kinder der Diktator hinterließ, ist unklar. Man geht von einer Zahl zwischen 37 und 54 Nachkommen aus.
  • Der ugandische Diktator Idi Amin (1928-2003) hatte fünf Frauen.

Existierende Polygamie in den Regionen der Welt

  • Grundsätzlich ist bereits die Bigamie, also das Eingehen einer zweiten Ehe, in Deutschland gemäß § 1306 BGB unzulässig und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (siehe § 172 StGB).
  • In der Schweiz ist gemäß Schweizerischem Strafgesetzbuch ist Polygamie verboten.
  • Im Vereinigten Königreich gibt es Bigamie-Gesetze, die die Polygamie unterbinden sollen. 1922 gestand eine Britin aus Sheffield, mit 61 Männern verheiratet zu sein. Dies ist bisher die höchste bekannte Anzahl von Ehen.
  • In den Vereinigten Staaten ist die Polygamie verboten.
  • Unter der ursprünglichen Bevölkerung Neuguineas und der umliegenden Inseln existiert Polygamie sowohl in der Ausprägung Polygynie (Vielweiberei) als auch als Polyandrie (Vielmännerei). Das Thema wird gesellschaftlich kontrovers diskutiert und auch in Verbindung mit der Praxis des Brautpreises und der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten gesetzt.
  • Im Königreich Swasiland im südlichen Afrika ist Polygamie nichts Ungewöhnliches. Der jetzige König Mswati III. hatte 15 Ehefrauen (drei von ihnen haben Mswati verlassen und leben im Exil in Südafrika.). Mswati hat rund 30 Kinder. Sein Vater König Sobhuza II., der 1982 starb, hatte etwa 70 Frauen und 210 Kinder.
  • Der im Mai 2009 gewählte Präsident Südafrikas, Jacob Zuma, ist Südafrikas erster polygamer Staatschef. Er hat vier Ehefrauen.
  • Im März 2014 verabschiedete das Parlament Kenias ein Gesetz, das die Polygamie in Kenia legalisiert.
  • Beim Volk der Kham in der Provinz Qinghai Chinas ist Polyandrie zwischen Brüdern und einer Frau verbreitet.

Polygamie in den Religionen

  • Sämtliche großen Glaubensrichtungen des Christentums lehnen die Polygamie ab. Sie ist deshalb in so gut wie allen seit langer Zeit christlich geprägten Ländern verboten oder nicht üblich. Die Polygamie wird im Alten und Neuen Testament nirgends grundsätzlich verurteilt. Die Ehe als fundamentale gesellschaftliche Institution wird sogar in Bezug auf das Verhalten eines Ehemannes zu mehreren Ehefrauen (Polyandrie war nicht vorgesehen) im Alten Testament eingehend geregelt.
  • Die Mehrfachehe (englisch: "plural marriage") ist eine Art der Polygamie, die von Joseph Smith, dem Gründer der Religionsgemeinschaft "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (auch "Rocky-Mountain-Heilige"), und einigen seiner engsten Vertrauten gelebt wurde. Unter Brigham Young wurde sie zunehmend auch den einfachen Mitgliedern der Kirche nahegelegt. In der mormonischen Hauptkirche wurde sie 1890 de jure und in den beiden folgenden Jahrzehnten auch de facto abgeschafft. Allerdings besteht sie in einigen kleinen fundamentalistischen Mormonen-Gruppierungen in ca. 30.000 bis 50.000 Familien in Utah bis heute fort.
  • Nach dem klassischen islamischen Recht ist die Polygynie erlaubt, allerdings ist die Zahl der Ehefrauen auf vier beschränkt. Um die Wende zum 20. Jahrhundert sprachen sich verschiedene muslimische Frauenrechtler gegen die Polygamie aus. Mit der Familienrechtsverordnung von 1917 wurde die Polygamie im Osmanischen Reich eingeschränkt. Mit dem Türkischen Zivilgesetzbuch von 1926 wurde die Polygamie in der Türkei aber endgültig abgeschafft. Am häufigsten wird die Mehrehe in Westafrika unter Muslimen sowie in einigen arabischen Staaten praktiziert. In anderen vom Islam dominierten Regionen ist sie weniger häufig.
  • Die Polygamie war im aschkenasischen Judentum bis etwa um das Jahr 1000 erlaubt. In keiner bekannten orthodoxen Strömung der aschkenasischen Juden wird die Polygamie heute gerechtfertigt oder praktiziert.
  • Der Buddhismus hat verschiedene Ausprägungen, im Westen passt er sich der Kultur an. Es geht darum, möglichst wenig Leid zu verursachen. Allgemeine Äußerungen zu Polygamie sind nicht bekannt. In der alten buddhistischen tibetischen Kultur, die bis zu der chinesischen Besetzung andauerte, war sowohl die Polygynie – ein Mann mit mehreren Frauen verheiratet – als auch die Polyandrie – eine Frau mit mehreren Männern verheiratet – toleriert. Dies wird gelegentlich auch heute noch praktiziert.
  • Im Hinduismus gibt es Regeln, die Polygamie erlauben und regulieren.

Siehe auch

Einzelnachweise

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