FANDOM


103 Cersei und Jaime Lennister

Jaime Lennister und seine Schwester Cersei

Inzest (veraltet auch Blutschande) bezeichnet den Geschlechtsverkehr zwischen eng verwandten Menschen. Inzest ist in Westeros sowohl bedingt durch den Glauben der Sieben, den Glauben an die alten Götter des Waldes und den Glauben an den Ertrunkenen Gott als auch in der Gesellschaft verboten, da die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Erbkrankheiten erhöht sein kann.

In der Serie

Hochzeit-Rhaella -Aerys

Die Hochzeit von Aerys II. Targaryen und seiner Schwester Rhaella

  • Im Alten Valyria war es Tradition und Alltag Geschwister miteinander zu vermählen, um die Blutlinie reinzuhalten.
  • Aegon I. Targaryen, der als Aegon der Eroberer und als erster König der Targaryen-Dynastie in die Geschichte von Westeros einging, war verheiratet mit seinen zwei Schwestern Visenya (Mutter von Maegor I. Targaryen) und Rhaenys (Mutter von Aenys I. Targaryen). Der Glaube der Sieben lehnte den Inzest als Sünde ab und es kam bereits unter Aegons Nachfolger Aenys zum Aufstand der Glaubenskrieger, als der König Sohn und Tochter mit einander vermählen ließ. Der Krieg gegen den Glauben wurde von Maegor während dessen Herrschaft weiter geführt und endete mit dessen Herrschaft. Erst sein Nachfolger König Jaehaerys I. Targaryen erreichte eine Übereinkunft mit dem Glauben und erklärte in einer Amnestie, dass sich der Glaube der weltlichen Gerichtsbarkeit unterzuordnen hatte. Deswegen behielten die Targaryen während ihrer Herrschaft die Tradition bei Geschwister als auch enge Verwandte miteinander zu verheiraten. Allerdings zeigten sich bei einigen Nachkommen Anzeichen von Wahnsinn, der im Volksmund als der Targaryen-Wahnsinn bekannt wurde. Ein Paradebeispiel für den Wahnsinn der Targaryen dürften wohl Könige wie Aerys II. Targaryen, besser bekannt als Der irre König, sein.
  • Die Ehe zwischen Cousins ersten Grades und darüber hinaus wird gesellschaftlich als nicht verwerflich angesehen. So heiratete Tywin Lennister seine Cousine Joanna.
  • Königin Cersei und ihr Zwillingsbruder Jaime Lennister, ein Mitglied der Königsgarde, führen eine geheime inzestiöse Beziehung, die trotzdem Gerüchte erweckte. Später rechtfertigt sich Cersei gegenüber Eddard Stark, dass die Targaryen seit 300 Jahren Bruder und Schwester miteinander vermählt haben.[1]
  • Joffrey Baratheons Hang zur Grausamkeit könnte durchaus eine Auswirkung des Inzests zwischen seiner Mutter Cersei und deren Bruder Jaime sein, allerdings gelten seine jüngeren Geschwister Myrcella und Tommen als "gute und liebe Kinder".[2]
  • Als Theon Graufreud auf die Eiseninsel zurückkehrt trifft er auf eine Frau, die sich bereit erklärt ihn zu seinem Vater Lord Balon Graufreud zu bringen. Während des Weges versucht Theon, sie zu verführen, worin er aber scheitert. Er zeigte sich entsetzt, als er erkennen musste, dass er unwissentlich versucht hatte, seine eigene Schwester, Asha Graufreud, zu verführen.
  • Der Wildling Craster pflegt seinen persönlichen Brauch, mit seinen eigenen Töchtern zu schlafen und mit ihnen Kinder zu zeugen, wofür er von den Mitgliedern der Nachtwache Verachtung erntet. Wenn er Töchter bekommt, behält er sie und wenn sie ihm Söhne gebären, opfert er sie den Weißen Wanderern. Seinem Sohn Sam, den er mit seiner Tochter Goldy gezeugt hat, bleibt dieses Schicksal erspart, da dieser zusammen mit Goldy von Samwell Tarly während der Meuterei auf Crasters Bergfried in Sicherheit gebracht wird. Doch Crasters jüngster Sohn, der nach dessen Tod geboren wird, wird von einem der Meuterer an die Weißen Wanderer geopfert. Der Nachtkönig verwandelt Crasters Inzest-Söhne in junge Weiße Wanderer.

In den Büchern

Im Alten Valyria war vor allem unter den Drachenherren es Sitte gewesen, Verwandte miteinander zu verheiraten. Ideal wurde eine Ehe zwischen Bruder und Schwester betrachtet. War dies nicht möglich wurde ein Mädchen mit einem Onkel, Vetter oder Neffen und ein Junge mit einer Base, Tante oder Nichte vermählt. Dort galt der Grundsatz "Das Blut des Drachen muss rein erhalten werden" vor allem unter jenen die Drachen züchteten und ritten.

Der Autor George R.R. Martin hatte sich intensiv mit der Geschichte der Ptolemäerkönigen befasst, die ihn zur Geschichte der Targaryen-Dynastie inspiriert hatte.

Realer Hintergrund

Wikipedia: Inzest

Die Normen betreffend Inzestverbote und Inzestgebote (denn auch solche gibt es, beispielsweise die Kreuzcousinenheirat bei manchen Stammesgesellschaften) unterscheiden sich nicht nur unter den Kulturen und zwischen sozialen Schichten, auch geschichtlich war das Verständnis davon, welche Verbindung erlaubt ist und welche nicht, starkem Wandel unterworfen.

  • Bei den Pharaonen des Alten Ägypten war Geschwisterehe weit verbreitet. Geschwisterehen waren in Ägypten allerdings auch außerhalb der Pharaonendynastien keineswegs selten. Die Geschwisterehe bei den Ptolemäerkönigen war offenbar in der hellenistischen Welt akzeptiert, das Faktum wurde sogar im Beinamen hervorgehoben, so bei Ptolemaios II. Philadelphos ("der Geschwisterliebende"), der mit seiner Schwester Arsinoë II. verheiratet war. Die letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und zugleich als letzter weiblicher Pharao Kleopatra VII. war mit ihren Brüdern Ptolemaios XIII. und Ptolemaios XIV. verheiratet.
  • Als incestus iure civili bei den Römern galten, so wie bei den Griechen, zunächst einmal Verbindungen zwischen Eltern und Kindern, Kindeskindern usw. Dabei war incestus (aus in "nicht-" und castus "rein", "unschuldig", "keusch"), ein Begriff, der Vergehen gegen das Religionsgesetz (nefas) und speziell die Verletzung des Keuschheitsgebots durch eine Vestalin bezeichnet. Dieses Verbot galt sogar für adoptierte Kinder. Nachkommen aus inzestuösen Ehen galten als vaterlos und waren nicht erbberechtigt.
  • Im europäischen Hochadel war die Vetternehe zwischen Angehörigen des Hochadels und vor allem regierender Dynastien bis ins 20. Jahrhundert hinein mehr Regel als Ausnahme. Fast jede königliche oder prinzliche Ehe wurde zwischen Cousins und Cousinen 2. oder höheren Grades geschlossen; aber auch Verbindungen zwischen Cousins und Cousinen 1. Grades kamen in allen Herrscherhäusern, vor allem aber im Haus Habsburg, überdurchschnittlich oft vor. Ein prominentes Beispiel ist die Verheiratung der Erzherzöge Franz (nachmals Kaiser Franz II./I.) und Ferdinand sowie der Erzherzogin Maria Klementine von Österreich mit den Prinzessinnen Maria Theresa und Maria Luisa sowie dem Kronprinzen Franz von Neapel-Sizilien im Jahre 1790 bzw. 1797: Diese Paare waren jeweils sogar zweifach Cousins und Cousinen 1. Grades. Der älteste Sohn von Franz und Maria Theresa, der spätere Kaiser Ferdinand I. von Österreich, litt an Geistesschwäche und Epilepsie und war daher unfähig, die Regierung auszuüben. Das Paar hatte elf weitere Kinder. Als weiteres Beispiel wird die Verbreitung der Bluterkrankheit genannt.
  • Neben den Inzesten, die in den Schöpfungsmythen vieler Völker vorkommen, kennt die Literaturgeschichte eine Vielzahl von gewöhnlich dramatischen Erzählungen, die das Thema des Inzestes behandeln. Klassisch ist die Ödipussage, in der ein ausgesetzter Sohn, ohne darum zu wissen, seine Mutter heiratet und mit ihr vier Kinder zeugt. Auch in den Sagen um König Artus taucht der Inzest auf. So soll Artus mit seiner Halbschwester Morgana den Sohn Mordred gezeugt haben.
  • Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament der Bibel wird Inzest erwähnt. So im Alten Testament die Geschichte von Lots Töchtern (Gen 19,31 ELB), die dem berauschten Vater beiwohnten, aus Angst, nach Sodoms Untergang keine Männer mehr zu finden, um Nachkommen zu erzielen. Beide Töchter wurden schwanger. Die ältere Tochter gebar Moab, die jüngere nannte ihren Sohn Ben-Ammi. Lot wurde somit Vater und gleichzeitig Großvater der beiden, die in der Folge zu Stammvätern ganzer Völker wurden: Moab wurde zum Stammvater der Moabiter, Ben-Ammi zum Stammvater der Ammoniter.
  • In der Römisch-katholischen Kirche ist betreffend Eheschließungen das kanonische Recht maßgeblich, das vom bürgerlichen Recht unabhängig ist. Die Ehe und somit der Beischlaf zwischen Blutsverwandten ersten Grades verstößt gegen göttliches Recht, von dem unter keinen Umständen dispensiert werden kann. Für eine katholische Eheschließung unter Cousins ist ein kirchlicher Dispens erforderlich.
  • Im Islam gibt es ebenfalls Inzestverbote. Auch der Geschlechtsverkehr mit Frauen oder Männern, mit deren Geschwistern man Geschlechtsverkehr hatte, gilt im Islam als Inzest.
  • Die Strafbarkeit von inzestuellen Handlungen ist gesellschaftlich umstritten. In einigen Staaten ist Inzest strafbar. So ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur der Vaginalverkehr strafbar, in Liechtenstein dagegen auch Oral- und Analverkehr sowie gleichgeschlechtlicher Verkehr. Verschiedene Länder stellen Inzest aber weiterhin nicht unter Strafe, dazu gehören Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Portugal, die Türkei, Japan, Argentinien, Brasilien und einige andere lateinamerikanische Staaten.
  • Bei der Beurteilung von Inzest wird vor allem nach dem Verwandtschaftsgrad unterschieden. Für entfernte Verwandte wie beispielsweise Cousin und Cousine 2. Grades (gemeinsame Urgroßeltern) besteht in keinem Land ein Ehehindernis.
  • Inzest wird in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich nur zwischen in gerader Linie Verwandten – also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, und deren Kindern, Enkeln, Urenkeln – sowie zwischen Voll- und Halbgeschwistern verfolgt. In Deutschland werden die Abkömmlinge und Geschwister nicht bestraft, wenn sie zur Tatzeit jünger als 18 Jahre waren; es bleiben aber etwa Anstiftung und Beihilfe dazu strafbar.
  • In Österreich hielt Josef Fritzl (ab Mai 2017: Josef Mayrhoff) seine Tochter Elisabeth rund 24 Jahre lang in einer unterirdischen Wohnung gefangen. Während dieser Zeit missbrauchte und vergewaltigte er sie vielfach und zeugte mit ihr insgesamt sieben Kinder. Drei dieser Kinder hielt er ebenfalls jahrelang unterirdisch gefangen. Im Dezember 2008 wurde die Anklageschrift gegen Fritzl fertiggestellt. Der Tatverdächtige musste sich im März 2009 wegen Mordes durch Unterlassung, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande vor Gericht verantworten. Der Angeklagte wurde nach einem umfassenden Geständnis von den acht Geschworenen des Landesgerichts St. Pölten in allen Anklagepunkten einstimmig schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Haftstrafe mit Einweisung in eine Anstalt für zurechnungsfähige, geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Da Fritzl und die Staatsanwältin das Urteil annahmen, war es sogleich rechtskräftig.
  • Sowohl Biologen als auch Ethnologen, Anthropologen und Soziologen beschäftigen sich mit dem Phänomen der Ablehnung von Inzest. Jahrzehntelang lehnten Gesellschaftswissenschaften und Psychologie eine biologische Erklärung für Inzestverbote ab. So wurde angenommen, dass sich Familienangehörige voneinander sexuell angezogen fühlen, sofern dies nicht durch soziale Einflüsse verhindert werde. Evolutionsforscher haben hingegen behauptet, dass angeborene Verdrahtungen der Nervenzellen darauf ausgerichtet seien, Blutsverwandte zu erkennen. Neben der Verwandtenselektion diene dieses Erkennungssystem dazu, die Fortpflanzung unter Blutsverwandten zu vermeiden, weil daraus hervorgehende Kinder weniger gesund seien. Die Fähigkeit zur Identifikation von Verwandten wurde bei vielen Tierarten inklusive Säugetieren nachgewiesen.

Siehe auch

Einzelnachweise

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.