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Homosexualität bezeichnet je nach Verwendung sowohl gleichgeschlechtliches sexuelles Verhalten, erotisches und romantisches Begehren gegenüber Personen des eigenen Geschlechts als auch darauf aufbauende Identitäten.

In der Serie

  • Homosexualität ist in Westeros bedingt durch den Glauben der Sieben als auch in der Gesellschaft nicht gern angesehen. Menschen mit homosexuellen Neigungen müssen im Rest der Sieben Königslande ihre Neigungen verstecken oder erhebliche Konsequenzen befürchten. Allerdings wird in Dorne Homo- und Bisexualität (die sexuelle Orientierung oder Neigung, sich sowohl zu Frauen als auch zu Männern emotional oder sexuell hingezogen zu fühlen) toleriert.
  • König Joffrey Baratheon wollte den Entschluss fassen derartige "Perversionen" unter Todesstrafe zu stellen.
  • Renly Baratheon und der Ritter Ser Loras Tyrell führen eine geheime homosexuelle Beziehung bis Renly durch Melisandres Schatten getötet wird. Nach Renlys Tod beginnt Loras Tyrell eine erotische Beziehung zum männlichen Prostituierten Olyvar. Später wird Ser Loras von den Spatzen wegen Bruches der Gesetze der Götter und Menschen festgenommen. Beim Prozess gegen Loras Tyrell sagt Olyvar zu Ungunsten von Loras aus und seine Sünden werden wegen seiner Kooperation vergeben.
  • Oberyn Martell pflegt bisexuelle Neigungen.
  • Lord Petyr Baelish bietet in seinem Bordell auch homoerotische Praktiken an, bis Mitglieder des Militärischen Ordens das Bordell stürmen und die homosexuellen Kunden bestrafen.
  • Asha Graufreud zeigt wohl bixsexuelle Neigungen ("Ein Junge? Ein Mädchen? Kommt auf den richtigen Hafen an"), sie zeigt gegenüber Ellaria Sand intime Interessen.

In den Büchern

  • In den Büchern gibt es lediglich versteckte Hinweise und Anspielungen auf das homosexuelle Verhältnis zwischen Renly Baratheon und Loras Tyrell, in der Interaktion von anderen Charakteren.
  • In den Büchern hat Xaro Xhoan Daxos homosexuelle Neigungen. Trotzdem versucht er Daenerys Targaryen zu heiraten in der Hoffnung König zu werden.
  • In den Büchern werden Oberyn Martells bisexuelle Neigungen lediglich angedeutet.
  • In den Büchern gibt es (noch) keine Andeutungen auf Asha Graufreuds bisexuelle oder lesbische Neigungen.

Realer Hintergrund

Wikipedia: Homosexualität
  • Es gibt zahlreiche Belege für Homosexualität im antiken Griechenland. Die Knabenliebe wurde eindeutig gesellschaftlich akzeptiert und teilweise sogar gefördert. Homosexuelle Beziehungen zwischen Partnern gleicher Stellung und gleichen Alters wurden innerhalb der unter athenischem Einfluss stehenden griechischen Poliswelt anscheinend als nicht wünschenswert eingestuft, aber zumindest toleriert. Es gibt nur wenige Quellen zur weiblichen Homosexualität. Für Sparta sind immerhin erotische Beziehungen älterer zu jüngeren Frauen belegt, die im Rahmen des Erziehungssystems eine der Agoge der männlichen Jugendlichen vergleichbare Rolle mit Blick auf weibliche Heranwachsende gespielt haben könnten, während das Thema in Athen anscheinend eher ignoriert wurde bzw. möglicherweise sogar tabuisiert war. Allerdings gibt es in der Dichtung von Sappho, der Lyrikerin von der Insel Lesbos, zahlreiche Belege für gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen, wobei es auch hier um die Liebe einer etwas älteren Frau zu jüngeren ging. Diese Beziehungen wurden offensichtlich akzeptiert.
  • Es sind reichhaltige Quellen zur Homosexualität im antiken Rom und im Römischen Reich vorhanden. Es gibt literarische Werke, Gedichte, Graffiti und Bemerkungen zu den sexuellen Vorlieben von einzelnen Kaisern. Bildliche Darstellungen sind im Vergleich zum klassischen Griechenland dagegen seltener. Mit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert tauchten erstmals Quellen in größerem Umfang zur gleichgeschlechtlichen Liebe zwischen Frauen auf.
  • Nachdem das Christentum als Staatsreligion des römischen Reiches eingeführt war, bestand die Strafandrohung nach dem Codex des oströmischen Kaisers Theodosius I. in öffentlicher Verbrennung. Diese Strafe wurde jedoch selten angewendet, und Beischlaf zwischen Männern wurde ungeniert betrieben.
  • Der englische König Edward II. (1284-1327) wurde am 16. November 1326 von missmütigen Adligen gefangen genommen, verzichtete zwei Monate später auf die Krone und wurde am 13. September 1327 getötet. Angeblich wurde ihm als brutale Anspielung auf seine vermutete Homosexualität eine glühende Eisenstange durch ein abgesägtes Kuhhorn in den After getrieben, damit die Leiche keine Spuren äußerlicher Gewaltanwendung aufwies. Sein ältester Sohn Eduard (1312-1377) bestieg als Edward III. den englischen Thron.
  • Bis zum Hochmittelalter galt der Analverkehr im christlichen Bereich als Sünde, aber noch nicht als Verbrechen; folglich drohten höchstens eine Kirchenbuße und ein zeitweiliger Ausschluss von der Eucharistie, aber noch keine weltlichen Maßnahmen.
  • In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wandelte sich der Beischlaf zwischen Männern, der unter dem Begriff Sodomie gefasst wurde, von einer zwar sündigen, aber meist völlig legalen Praxis zu einem Verbrechen, das fast überall in Europa mit der Todesstrafe bedroht wurde.
  • Preußen wandelte 1794 mit der Einführung des Allgemeinen Landrechts die Todesstrafe in eine Zuchthausstrafe um.
  • Im 19. Jahrhundert galt die Homosexualität weiten Kreisen der Öffentlichkeit und vor allem der Kirchen als Ausdruck einer unmoralischen Geisteshaltung und Lebensweise, als Folge von Verführung, sexueller Übersättigung oder degenerierter Erbanlagen.
  • Der deutsche Jurist, Journalist, Verleger und Schriftsteller Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) befasste sich mit dem Phänomen der gleichgeschlechtlichen Liebe, die er als Uranismus (später durch den Begriff Homosexualität ersetzt) bezeichnete. Den heterosexuellen Mann nannte er Dioning (nach der Göttin Aphrodite Dionea, die Zeus als Vater und Dione als Mutter hatte und somit verschiedengeschlechtliche Liebe repräsentierte), den homosexuellen Mann als Urning (nach der Göttin Aphrodite Urania, die nach der Legende aus abgetrennten Körperteilen ihres Vaters Uranus entstand, also eingeschlechtliche Liebe repräsentierte) und die lesbische Frau als Urninde. Er propagierte die Möglichkeit der Eheschließung zwischen zwei Männern, die er als urnische Ehe bezeichnete. Ulrichs war überzeugt, dass die Urninge und die Dioninge von verschiedener Natur seien und daher der Ausdruck "widernatürliche Unzucht" auf Liebe zwischen Urningen nicht anwendbar war. Die Liebe zwischen zwei Urningen war nach Meinung Ulrichs’ in höchstem Maße ethisch, weil sie die beiden Individuen ihrer Natur gemäß entwickeln lässt. In seinen Schriften erörterte Ulrichs auch die Frage einer Ehe zwischen einem Urning und einem Dioning und inwieweit diese ethisch vertretbar sei. Auf dem deutschen Juristentag 1867 in München forderte er in einer Rede erstmals öffentlich die Straffreiheit gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen, da diese auf einer natürlichen Veranlagung beruhen würden, und offenbarte sich selbst als Urning, worauf es zu tumultartigen Szenen unter den Zuhörern und zum Abbruch seiner Rede kam. Ulrichs war stolz auf diesen Auftritt ("Ja, ich bin stolz, daß ich die Kraft fand, der Hydra der öffentlichen Verachtung einen ersten Lanzenstoß in die Weichen zu versetzen."). 1880 ging Ulrichs wegen der immer mehr um sich greifenden Homosexuellenverfolgung infolge der Reichsgründung unter Preußen (Einführung des § 175), aber auch verbittert und resigniert ins italienische Exil. Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch nannte Ulrichs wegen dessen bewussten "Coming-out" und seiner selbstbewussten Haltung den "ersten Schwulen der Weltgeschichte". Karl Heinrich Ulrichs Grab in L’Aquila, wo er 1895 starb, ist zum Reiseziel geistig interessierter Homosexueller geworden.
  • Die Harden-Eulenburg-Affäre, oder kurz Eulenburg-Affäre, war die Kontroverse um eine Reihe von Kriegsgerichts- und fünf reguläre Gerichtsverfahren wegen homosexuellen Verhaltens und die gegen diese Vorwürfe geführten Verleumdungsklagen. Betroffen waren prominente Mitglieder des Kabinetts von Kaiser Wilhelm II. in den Jahren 1907 bis 1909. Die Affäre wird als einer der größten Skandale des deutschen Kaiserreiches bezeichnet. Der engere Freundeskreis Kaiser Wilhelms II. zwischen 1886 und 1907 wurde als Liebenberger Kreis bezeichnet, der sich nach den Vorwürfen der homosexuellen Handlungen auflöste.
  • In Großbritannien wurden von 1885 bis 1967 homosexuelle Handlungen mit Gefängnisstrafen belegt, ein prominentes Opfer war der irische Schriftsteller Oscar Wilde (1854-1900) wegen seiner Beziehung zu seinem Freund und Liebhaber Lord Alfred Douglas (1870-1945).
  • In Deutschland wurde durch § 175 des deutschen Strafgesetzbuches homosexuelle Praktiken unter Strafe gestellt. Im Nationalsozialismus wurde der § 175 verschärft. Über die genauen Opferzahlen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass im Dritten Reich rund 50.000 Männer aufgrund von Paragraph 175 inhaftiert und bis zu 15.000 in Lager deportiert wurden. Tausende wurden dort ermordet. In der noch jungen Bundesrepublik existierte der Paragraph 175 nach wie vor. Erst im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und der Zusammenführung ihrer Rechtssysteme wurde der Paragraph 175 im März 1994 nach diversen Gesetzesinitiativen endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.
  • Homosexuelle unterzog man einer chemischen Kastration, um sie von ihren Neigungen zu heilen, ein prominentes Opfer war der britische Mathematiker Alan Turing (1912-1954).
  • Damalige Elektroschocktherapien sollten dazu dienen aus Homosexuellen zu Heterosexuellen zu machen. Einige der einstigen Probanden begingen als Folge dieser Behandlungen Selbstmord. "Sie steckten dir was in den Mund und brachten Elektroden an den Kopf und jagten Strom durch deinen Kopf, und anschließend fühltest du dich wie weichgekochtes Gemüse." Der Singer-Songwriter und Gittarist Lou Reed (1942-2013) über seine damalige von seiner Familie erzwungene Elektroschocktherapie zur Heilung von seiner Homosexualität.
  • Heute sind homosexuelle Handlungen in allen westlichen Industrieländern straffrei.
  • Viele Länder der Welt haben heute noch Gesetze gegen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen, wie in Saudi-Arabien. In manchen Ländern wird es gerichtlich als eine Beleidigung der Ehre einer Person angesehen, jemanden öffentlich als homosexuell zu bezeichnen.

Siehe auch

Einzelnachweise

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