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Ein Eunuch ist eine männliche Person, die einer Kastration unterzogen wurde.

In der Serie Bearbeiten

  • Eunuchen haben in Westeros den Ruf, hinterhältig und nicht vertrauenswürdig zu sein und ihnen wird nachgesagt, dass Gift ihre bevorzugte Tötungsmethode ist. Außerhalb von Westeros sind Eunuchen zumeist Diener und Sklaven.
  • Varys, der als Meister der Flüsterer tätig ist, ist ein Eunuch, der einst als kleiner Junge an einen "gewissen" Mann verkauft wurde. Dieser kastrierte ihn komplett und nutzte die Männlichkeit für einen Zauber. Varys überlebte die Kastration, bis er Jahre später zu hohen Einfluss kam und sich dann an dem Hexenmeister rächen konnte.
  • Die Unbefleckten sind Sklavensoldaten aus Astapor. Zu ihrer Ausbildung gehört die Kastration in sehr jungen Jahren, um sexuellem Verlangen entgegenzuwirken.
  • Bei den Dothraki werden Eunuchen Wagen zur Fortbewegung überlassen.
  • Theon Graufreud werden die Genitalien von Ramsay Schnee amputiert, nachdem sein Geist nach psychischer und physischer Folter gebrochen ist.

In den Büchern Bearbeiten

  • In den Büchern hat Daenerys Targaryen neben den Unbefleckten auch den riesenhaften Eunuchen Starker Belwas zur Seite.
  • Die Kastration von Theon Graufreud wird zwar in den Büchern angedeutet, aber nicht bestätigt.

Realer Hintergrund Bearbeiten

Wikipedia: Eunuch
  • Das Phänomen der Eunuchen kam zu fast allen Zeiten der Weltgeschichte in vielen Kulturen vor. Teilweise wird oder wurde Eunuchen auch der Penis entfernt.
  • Man unterscheidet zwischen Frühkastraten (kastriert vor oder während der Pubertät) und Spätkastraten (nach dem 20./25. Lebensjahr kastriert). Die Kastration ist am folgenschwersten, wenn sie noch vor der Pubertät vorgenommen wurde, wobei manche, aber keineswegs alle Folgen im Verlauf der Pubertät allmählich abnehmen. Beim Erwachsenen nach dem 20./25. Lebensjahr bleiben sie insoweit aus, als die während der Pubertät schon stattgefundenen Veränderungen (z. B. die Stimme, Knochenform, Bartwuchs, und Genitalien) sich nicht oder kaum zurückbilden.
  • Die Entmannung konnte einerseits eine schwere, höchst entehrende Strafe sein oder andererseits zu bestimmten Ämtern erst befähigen. Einem Eunuchen war es deshalb möglich, zu hohen Ehren und großem Ansehen zu gelangen, da er beispielsweise für einen Herrscher nicht als biologischer Rivale in Betracht kam.
  • In der Antike standen Eunuchen im politischen und gesellschaftlichen Bereich im Rang von Ministern, in Byzanz waren sie hohe Offiziere.
  • Viele Mythen und Halbwahrheiten ranken sich um Eunuchen. Einerseits sagte man Eunuchen oft heimtückisches Verhalten und Intriganz nach, andererseits galten sie schon unter Konstantin I. als loyal, treu und aufrichtig, aber auch entbehrlich. Aus diesen Gründen umgaben sich manche Herrscher mit Eunuchen und betrauten sie mit politischen und militärischen Aufgaben.
  • Der äthiopische Eunuch der Kandake, ein Würdenträger bei Hofe, war laut der biblischen Apostelgeschichte (Apg 8,27-40 EU) der erste Heide, der getauft wurde.
  • Bei den Osmanen und in China waren Palasteunuchen geschätzt. Da bei diesen die Kastration in der Regel schon im Knabenalter vollzogen wurde, haben jedoch viele von ihnen, insbesondere bei hohem Blutverlust, diesen Eingriff nicht überlebt und sind schon als Eunuchen-Neulinge verstorben.
  • In China gehörten beamtete Eunuchen zum kaiserlichen Hofstaat oder den Haushalten der Prinzen, auch in der Verbotenen Stadt selbst lebten und arbeiteten sogenannte Palasteunuchen. Sie gehörten zum kaiserlichen Hofstaat und verrichteten die verschiedensten Tätigkeiten, beispielsweise als Minister und Berater, als Haremswächter und Badediener, als Sänftenträger, als Boten und Herolde und als Hausdiener etc. Eunuchen verrichteten aber auch alle möglichen niederen Dienstleistungen als Köche, Reinigungskräfte, Gärtner, Stallburschen, Parkwächter, Schneider, Manufakturarbeiter u. a.
  • Besonders im Barock verehrte man den Kastraten wegen seiner Gesangsstimme (Altus), die man als überirdisch schön empfand. In Italien des 18. Jahrhunderts wurden viele Knaben trotz offizieller Verbote vor Beginn der Pubertät mit dem Ziel kastriert, ihnen als sogenannte Kastrati eine Laufbahn als erfolgreiche Opern- oder Kirchenchorsänger zu ermöglichen. Mehrere Tausend Kastrationen pro Jahr fanden statt. Erst Papst Pius X. schrieb am 22. November 1903 in seinem Motu Proprio Tra le sollecitudini (Über die Kirchenmusik) vor, zur Besetzung von Sopran- und Altstimmen allein Knaben einzusetzen und verbot damit praktisch die Beschäftigung von Kastraten in Kirchenchören. Dieses Verbot entzog der Kastrationspraxis zur Förderung einer Sängerkarriere die letzte Basis. Der letzte Kastratensänger war Allessandro Moreschi (1858–1922).
  • Als Wächter im Harem, beziehungsweise Schützer des ehelichen Bettes eines Potentaten, hat so der Eunuch seinen Namen gefunden.
  • Juvenal schreibt in seinem Werk Satire, dass einige Römerinnen Sklaven nach der Pubertät kastrieren ließen, um sie als sterile Liebhaber zu gebrauchen. Medizinisch betrachtet ist es durchaus möglich, dass ein kastrierter Mann in mehr oder weniger begrenztem Maße potent bleibt, da auch die Nebennierenrinde eine geringe Menge an Testosteron bildet. Historisch gesehen handelt es sich jedoch bei Juvenals Satire vermutlich um eine Übertreibung des "unmoralischen" Lebenswandels einiger Römerinnen.
  • Dass es auch heute noch Eunuchen gibt, ist bislang nur in Indien bei einem Teil der Hijras zuverlässig nachgewiesen. Oftmals leiden sie unter einem geringen sozialen Ansehen, unter Diskriminierung (und sogar staatlichen Übergriffen sowie sexuellem Missbrauch), mangelnder sozialer Absicherung, Armut, Einsamkeit und sozialer Isolation.

Bekannte Eunuchen

  • Zhao Gao (3. Jahrhundert v. Chr.), chin. Obereunuch
  • Eutropios († 399), erster und einziger Eunuch, der jemals das Konsulat erreichte.
  • Zheng He (1371–1433), chin. Admiral und Seefahrer
  • Wei Zhongxian (1568–1627), chin. Obereunuch und Gewaltherrscher
  • Farinelli (1705–1782), Sänger
  • Caffarelli (1710–1783), Sänger
  • Aga Mohammed Khan (1742–1797), Schah von Persien und Begründer der Kadscharen-Dynastie.
  • Alessandro Moreschi (1858–1922), einziger Kastratensänger, von dem eine Tonaufnahme erhalten ist.

Siehe auchBearbeiten

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